Bericht zum Hebebühneneinsatz vom 19. April 2012

Alljährlich Ende April treffen Spyren oder Mauersegler und Schwalben aus ihrem Winterquartier südlich des Sahel ein. Dann ist der Einsatz der Hebebühne gefragt. Diese wird uns grosszügigerweise von der Firma Up-AG zu einem Vorzugspreis zur Verfügung gestellt. Die Spyren- und Schwalbenfreunde danken im Namen ihrer Schützlinge! Bruno Wiederkehr, Alois Zemp, Roli Füllemann und natürlich der „Spyrenvater“ Walti Nyffenegger waren am Donnerstag mit dem Spezialgerät unterwegs.

 


Die HebebuehneDemontierter NisthilfenkastenSpyrenkastenMontage von Schiebern

Fotos: A. Zemp


 

Alois Zemp berichtet, dass er am Morgen bei der Firma Up-AG das Fahrzeug nach kurzer Instruktion übernehmen konnte. Dann holte er Bruno Wiederkehr ab und schon ging’s los: Im Wohn- und Werkheim zur Weid in Rossau galt es, aufgehängte Spyrenkasten zu reinigen und für den Einzug der Zugvögel bereit zu machen. Gleichzeitig wurden die Kasten mit Schiebern ausgerüstet, damit diese im August, wenn die Spyren wieder weg sind, geschlossen werden können. Das gleiche Prozedere wurde in Uerzlikon, Ottenbach, in Affoltern und Hedingen durchgeführt. An einzelnen Plätzen wurden neue Kasten montiert, damit mehr Brutmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Es gab auch Unerwartetes: In einem Kasten hatte sich ein Kleiber niedergelassen. Allerdings hatte er das zu grosse Loch, so wie es seiner Art entspricht, mit Erde und Speichel auf die ihm passende Grösse „zugekleibt“! In einem Mehlschwabennest wurde ein Meisengelege gefunden. Selbstverständlich überliess man diesen Mietern ihren Platz. Um ca. 18 Uhr war der Einsatz abgeschlossen und die Beteiligten konnten sich zu einem wohlverdienten Feierabendbier hinsetzen.

Am 26. April gab es dann nochmals Alarm: „Die Spyren sind eingetroffen!“ meldete Walti Nyffenegger. Offenbar hatten sie die für sie günstige Föhnströmung benützt, um über die Alpen zu fliegen. Nun waren sie da, und es gab noch Kasten, deren Schieber geöffnet werden mussten. Das wurde am 27. April besorgt. Wieder waren die Einsatzorte in Affoltern, Hedingen, Zwillikon, Obfelden. Diesmal konnte der Einsatz dank Teleskopstangen ohne Hebebühne erledigt werden.

Warum müssen die Mauerseglerkasten eigentlich geschlossen werden? Weil Spyren praktisch kein Nistmaterial eintragen, kann mit dieser Massnahme die Pflege der Nisthilfen vereinfacht werden. Man muss dann die Kasten nicht ausräumen. Es ist wohl besser, die Wohnungen zu sperren, als allfällige Bewohner zu vertreiben, welche Ende April im Brutgeschäft stehen. Es gibt nämlich noch andere Interessenten für die Nistgelegenheiten an Gebäuden: Spatzen, Hausrotschwanz, Meisen sind als Untermieter beobachtet worden. All diese Arten bauen ein Nest mit viel Material, das sie in die Kasten tragen. Wenn aber viel Nistmaterial in den Kästen liegt, werden sie von den Spyren nicht mehr benutzt. Also werden alle Spyrennisthilfen, die vom Boden aus erreichbar sind, mit Schiebern ausgerüstet, damit sie im Spätsommer geschlossen und im Frühling des folgenden Jahres wieder geöffnet werden können und dann den Spyren uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

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