Birdwatch 2008

Am ersten Oktobersonntag fand unter der Federführung von Birdlife und SVS in der ganzen Schweiz eine Reihe von Anlässen zum Thema Zugvögel im Speziellen und Vogelschutz im Allgemeinen statt. Auch der NVBA beteiligte sich an diesem Anlass und trat traditionsgemäss mit Informationsstand, Exkursionen und einer Festwirtschaft am Flachsee im Aargauer Reusstal auf.
 


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Fotos: NVBA


 

Am Sonntagmorgen um 9:00 Uhr traf sich die Equipe für den Anlass beim Vereinslokal in Affoltern. Kühl war es schon, aber der Himmel blau und die Herbstfarben in den Bäumen prächtig. Als wir mit allem Material um 10:00 Uhr in Rottenschwil auf den Platz fuhren, herrschte dort noch ziemlich dicker Nebel. Dennoch wurde die Festwirtschaft aufgebaut, der Informationsstand mit Prospekten bestückt und der Grill angefeuert. Die Sonne liess zum Glück nicht allzu lange auf sich warten und die Besucher auch nicht. Um 11:00 Uhr fand sich schon eine Gruppe von ca. 12 Personen zusammen, welche sich unter der kundigen Führung von Exkursionsleiter Roli Füllemann auf dem linken Reussdamm auf den Weg machten.

Der Wirtschaftsbetrieb lief an und manche Spaziergänger und Passanten freuten sich, an der wärmenden Herbstsonne etwas zu trinken oder zu essen zu bekommen. Die Festwirtschaft erhielt ganz schön Zuspruch und die Betreiber/-innen freuten sich, denn es war so viel spannender für sie. Am Schluss waren Würste und Süssmost ausverkauft.

Am Infostand gaben Monika Pieren, Andreas Müller und Christine Schmid bereitwillig Auskunft. Den Grill betrieb Bruno Wiederkehr. Esther Sohar, Alexandra und Alex Briner und Peter Mühleis führten die Festwirtschaft. Inzwischen hatten sich weitere Leute für die zweite Exkursion gemeldet.

Bei der Vorexkursion am Samstag fiel uns auf, dass es keine einzige Limikole zu sehen gab – für Nichtfachleute: Limikole sind Watvögel, welche sich im flachen Wasser oder am Rand des Wassers äusserst flink bewegen und sich von Würmern und Insekten ernähren. Auch Meisen und Kleinvögel liessen sich im Ufergehölz und im angrenzenden Auenwald kaum blicken. Auch der Bericht von der ersten Exkursion am Sonntag bestätigte die Abwesenheit der Limikolen. Allerdings bestand Verdacht, dass ein Seidenreiher gesichtet worden sei, für unsere Gegend eine ornithologische Rarität. Roli Füllemann hatte kaum Zeit, sich zu verpflegen, denn als er mit der ersten Gruppe von begeisterten Exkursionsteilnehmenden zurückkam, wartete schon die nächste Gruppe auf seine Führung. Um die Wartezeit abzukürzen, wagten die Interessenten einen Blick ins bereitstehende Fernrohr und konnten so schon ein wenig schnuppern. Dann ging es los und nach rund zwei Stunden kam die Gruppe zurück mit dem Bericht, dass sie neben einer Spiessente und vielen anderen Arten noch 25 Kiebitze gesichtet hätten. Auch die Beobachtung des Seidenreihers wurde zweifelsfrei bestätigt. Roli Füllemann übernahm die Aufgabe, die Artenzahl und die Anzahl der Vögel sowie die Anzahl Besucher der SVS Zentrale zu melden: 40 verschiedene Arten, schätzungsweise 550 Einzeltiere und rund 50 Besucher/-innen.

«Unser» Eintrag in der Ergebnistabelle des SVS

  • Kanton: AG
  • Ort: Rottenschwil
  • SVS-Sektion: NVV Bezirk Affoltern am Albis
  • Teilnehmer: 50
  • Anz. Vögel: 550
  • Häufigste Art: Lachmöwe
  • Zweithäufigste Art: Gänsesäger
  • Dritthäufigste Art: Kormoran
  • Bemerkungen: 1 Habicht attackierte eine Gruppe Krickenten, 1 Seidenreiher, 1 Spiessente, 25 Kiebitze

Zum Schluss möchten wir allen, die zum guten Gelingen dieses schönen Anlasses beigetragen haben, ganz herzlich danken. Das Wetter hat zum Glück sehr gut mitgespielt, aber der koordinierte Einsatz der verschiedenen Chargen vom Grilleur über HelferInnen bei Auf- und Abbau und dem Betrieb der Festwirtschaft, den BetreuerInnen des Infostandes, dem Exkursionsleiter bis zum Betreuer der Hütte in Affoltern hat zu einem gelungenen Auftritt des NVBA in der Öffentlichkeit beigetragen. Die begeisterten Kommentare der Exkursionteilnehmenden und die vielen Besucher in der Festwirtschaft zeigten, dass unsere Präsenz einem Bedürfnis entspricht. Bei solchen Anlässen wird unsere Naturschutzarbeit wahrgenommen. Dabei werden auch Menschen angesprochen, welche sonst dem Naturschutz eher distanziert begegnen. Das ist wichtige Öffentlichkeitsarbeit, welche viel Goodwill bringt.

 


Auszug aus der Pressemitteilung des SVS vom 5. Oktober 2008

EuroBirdwatch 2008: Vogelzug bei schönem Wetter beobachtet
In 23 Ländern Europas verfolgten am vergangenen Wochenende 30'000 Interessierte auf Einladung von BirdLife International den Vogelzug in den Süden. An den gegen 3'000 Anlässen wurden über 2 Mio. Vögel gezählt – eine über den ganzen Kontinent verteilte Demonstration für den Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume. In der Schweiz fanden sich 5'100 Personen bei den 50 Beobachtungsständen des SVS/BirdLife Schweiz und seiner lokalen Vereine zur Beobachtung des herbstlichen Vogelzuges ein. Bei diesem Spektakel wurden rund 150'000 durchziehende Vögel gezählt. In der Schweiz herrschten am Samstag schlechte Wetterbedingungen, wodurch sich die Zahl der Interessierten in bescheidenen Grenzen hielt. Am Sonntag wurden die Organisatoren mit zumeist strahlendem Sonnenschein und einem grossen Besucheraufmarsch belohnt. 5'100 Besucherinnen und Besucher nutzten an diesem Wochenende die Gelegenheit, die durchziehenden Vögel zu beobachten und sich von den anwesenden Fachleuten informieren zu lassen. Bei den 50 Posten zählten die Vogelbeobachter insgesamt 149'316 durchziehende Vögel. Buchfink, Ringeltaube und Rauchschwalbe sind die am meisten gesichteten Vogelarten. Ornithologische Höhepunkte waren die Sichtungen von Fischadlern, einem Seidenreiher, einem jungen Steinadler bei Fischingen (TG), 78 Heidelerchen bei Ettingen (BL), Trupps von bis zu 10 Beutelmeisen an verschiedenen Orten, Kornweihen, Schwarzstörche, Merline und Raubwürger.

 

Zur Übersicht der Brachvogel-Ausgabe November 2008

 

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